
Alle Infos bezüglich der richtigen PV‑Anlage Größe oder Speicher
Eine PV‑Anlage wird nach deinem Jahresstromverbrauch ausgerichtet. Eine 1 kWp PV‑Anlage produziert etwa 1.000 kWh Energie pro Jahr. Wenn du also einen Jahresstromverbrauch von 10.000 kWh hast, brauchst du eine 10 kWp Anlage, die diesen Verbrauch über das Jahr gesehen ungefähr produziert.
Bedenke auch, dass dein Stromverbrauch in Zukunft steigen kann – zum Beispiel, wenn Kinder dazukommen oder wenn du später eine Klimaanlage, eine Wärmepumpe oder ein E‑Auto anschaffst.
Auch wenn du heute sagst: „Ich werde mir nie ein E‑Auto oder eine Wärmepumpe kaufen“, kann es in 10 oder 20 Jahren sein, dass es gar nichts anderes mehr zu kaufen gibt. Darum kann es sinnvoll sein, die Anlage größer zu bauen, um einen Puffer für die Zukunft zu haben.
Beispiel:
Du hast einen Stromverbrauch von 5.000 kWh und baust eine Anlage mit 5 kWp, was deinem aktuellen Verbrauch entspricht. Fünf Jahre später kaufst du dir ein Elektroauto, und je nach Laufleistung kommen 2.000 bis 4.000 kWh hinzu. Deine Anlage wäre damit zu klein. Deshalb empfiehlt es sich oft, größer zu bauen, um zukunftssicher zu sein. Wenn die Möglichkeit besteht, kannst du das Dach auch weitgehend vollbauen, da mehr Module nicht viel mehr kosten. Das hängt natürlich immer von deinem Budget ab.
Ohne Speicher sparst du dir ca. 30 bis 50 % deiner Stromkosten im Jahr, wobei du eher konservativ mit 30 % rechnen solltest – ohne die Einspeisevergütung einzurechnen. Die Einspeisevergütung erhöht dein Ersparnis natürlich. Da kommen wirklich ein paar Hundert Euro pro Jahr hinzu.
Meine Empfehlung ist immer: lieber mehr Module als einen größeren Speicher.
Brauche ich einen Speicher?
Wenn du die richtige Anlagengröße gewählt hast, stellt sich die Frage: Brauchst du einen Speicher?
Mit Speicher ist die Anlage natürlich deutlich teurer, jedoch sind die Preise für Speicher so günstig wie noch nie.
Der Speicher erhöht deine Eigenverbrauchsquote und macht dich unabhängiger von steigenden Strompreisen. Für die meisten Haushalte ohne Wärmepumpe und E‑Auto reicht oft ein 5 kWh bis 10 kWh Speicher.
Ein Speicher sollte sich am Abend, wenn die Sonne untergeht, bis in der Früh möglichst komplett entladen – und das mindestens 250 Mal im Jahr. Dann ist der Speicher ideal ausgelegt. Wenn du bei deinem Stromlieferanten die Jahresabrechnung hast oder in der App nachsehen kannst, wie viel du pro Tag bzw. pro Nacht (20:00 bis 6:00 Uhr) verbrauchst, kannst du die ideale Größe bestimmen.
Zum Vergleich: Das Haus meiner Eltern hat einen Verbrauch von ca. 7.000 kWh, etwa 18 kWh Stromverbrauch pro Tag und ca. 7 kWh Verbrauch in der Nacht. Also würde ein 7 kWh Speicher komplett reichen. Du kannst diesen natürlich später erweitern.
Früher haben sich Anlagen ohne Speicher viel schneller amortisiert als Anlagen mit Speicher. Heute sind Speicher jedoch so günstig geworden, dass du ähnliche Amortisationswerte erreichst – und zusätzlich ein höheres Ersparnis hast. Je mehr Strom du verbrauchst (Wärmepumpe, Warmwasser elektrisch, Klimaanlagen, E‑Auto), desto mehr hilft dir ein Speicher – besonders in der Übergangszeit.
Im Winter, vor allem im Dezember und Jänner, hast du natürlich die geringste Produktion, während du die Wärmepumpe am meisten brauchst.
Jeder, der dir erzählt, dass du „fast nichts mehr vom Netz beziehst“, erzählt dir schlicht das Blaue vom Himmel.
Brauchst du Notstrom?
Für die meisten Menschen, vor allem im städtischen Bereich, ist Notstrom eigentlich nicht nötig. Wann erinnerst du dich an den letzten großen Stromausfall in den letzten 30 Jahren? Und wenn, dann war er meist nur ein paar Stunden lang.
ABER: Für viele ist Notstrom eine emotionale Sache. Wenn du schon eine PV‑Anlage am Dach hast und es kommt zu einem Stromausfall, ärgerst du dich, dass die Anlage trotz Sonne nicht produziert. Vor allem wenn du im ländlichen Bereicht lebst und oft im Home Office bist macht das noch mehr Sinn für dich.Der Aufpreis für vollen Notstrom liegt oft bei 500 bis 1.000 Euro. Deshalb entscheiden sich viele gleich dafür.
Ab wann rechnet sich eine PV‑Anlage? Kann es sein, dass eine PV‑Anlage keinen Sinn macht?
Es kommt auf das Ziel deiner PV‑Anlage an. Wenn dein Ziel maximale Stromersparnis ist, sollte sich eine gut ausgelegte Anlage in ca. 10 Jahren rechnen.
Einfache Überschlagsrechnung:
Anschaffungskosten der PV‑Anlage ÷ jährliche Stromersparnis
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Anlage ohne Speicher: 30–50 % Stromersparnis plus Einspeisevergütung
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Anlage mit Speicher: 60–80 % Stromersparnis plus Einspeisevergütung
Beispiel:
Stromverbrauch: 10.000 kWh → ca. 3.000 Euro Stromkosten bei 0,26 €/kWh inkl. Steuern und Netzgebühren.
PV‑Anlage ohne Speicher (10 kWp): ca. 13.500 Euro
→ Amortisation inkl. Einspeisevergütung: 9,86 Jahre
PV‑Anlage mit Speicher (10 kWp + 10 kWh Speicher + Notstrom): ca. 20.000 Euro
→ Amortisation: ca. 10 Jahre
Es wurde mit 28 % Eigenverbrauch und 72 % Einspeisung ohne Speicher gerechnet sowie 60 % Eigenverbrauch und 40 % Einspeisung mit Speicher – also konservativ und realistisch.
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